Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Gesundheit und Pflege: Gemeinwohl muss wieder Vorrang haben

Das höchste Risiko, an Covid-19 schwer zu erkranken und zu sterben, haben alte Menschen. Zur Verteilung der an oder mit Covid-19 Verstorbenen im Landkreis Germersheim wandte sich der Kreisverband der Partei DIE LINKE an die Kreisverwaltung. Die Behörde teilte mit, dass 3 Prozent der Toten unter 60 Jahre alt, 90,9 Prozent 70 oder älter waren. 62,6 Prozent der Verstorbenen waren Bewohnerinnen und Bewohner von Senioreneinrichtungen.

Benjamin Engelhardt, Kreisvorsitzender der LINKEN, stellt fest: „Die Corona-Pandemie legt die massive Unterfinanzierung und Privatisierung weiter Teile des Gesundheitswesens und der Pflege schonungslos offen. Der Pflegenotstand führt in vielen Seniorenheimen zu Mängeln im Hygiene- und Infektionsschutz, was alte Menschen besonders gefährdet.“

Jelena Bossert, Mitglied des Parteivorstands, erklärt weiter: „Unter dem Profitstreben privater Heimbetreiber, Personalmangel, schlechten Löhnen und Arbeitsbedingungen leiden Beschäftigte und Pflegebedürftige. Vor wenigen Tagen scheiterte ein Tarifvertrag für höhere Löhne in der Altenpflege am Veto der Caritas. Im Gesundheitswesen und in der Pflege muss das Gemeinwohl endlich wieder Vorrang haben. Das ist eine Frage der Menschlichkeit.“

Nach Auskunft der Kreisverwaltung (Stand: 24. Februar) starben im Landkreis Germersheim bislang 99 Menschen an oder mit Covid-19 (50-59 Jahre: 3 Tote; 60-69: 6; 70-79: 15; 80-89: 53; 90-99: 22), darunter 62 Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.